Im LOA, dem Online-Comic-Magazin vom Comicwerk, präsentieren wir Euch die Superheldenabenteuer von „der drei“! Eine wichtige Figur dabei ist Thorsten Hipper. Der Zivi in der Klinik von Doktor Mischke ist in seiner Freizeit nämlich Mitglied in der Heavy Metal Band Devils Rock. Genau wie Thorsten Hipper ist auch Tim Eckhorst aus Kleve ein Fan von diesem harten Gitarrensound. In dieser Kolumne wird er euch regelmäig einen Einblick in die Metalszene gewähren. Heute präsentiert er euch einen kurzen historischen Überblick.

Ein kurzer Abriß der Heavy-Metal-Geschichte

Welche Band war eigentlich die erste Heavy Metal-Band? Eine treffende und zugleich schwierige Frage zum Start.
Die Frage wurde sicher schon des Öfteren gestellt und diskutiert. Wo soll man also anfangen? Bei Deep Purple und den 60ern oder bei Judas Priest, Kiss und Black Sabbath in den späten 60ern und frühen 70ern? Vielleicht schon bei Led Zeppelin?
Kann man die Rock-Musik der 60er wirklich schon als Heavy Metal bezeichnen? Sind somit in Woodstock gar Heavy Metal-Bands aufgetreten oder ist das viel zu weit zurückgegriffen? Sind schnelle Gitarrenriffs schon Metal oder war es in den 60ern dann doch noch nicht so weit?

Ich denke diese Frage, wer nun wirklich die erste Heavy Metal-Band war, kann kaum beantwortet werden. Und vor allem ist es vermutlich sogar sinnlos dogmatisch festlegen zu wollen, wer den Heavy Metal „erfunden“ hat (nach Manowar übrigens Richard Wagner). Vielleicht war es einfach nur ein Musik-Journalist, der den Heavy Metal am stärksten geprägt hat, nämlich indem er kurzerhand die Musik von Black Sabbath als „Heavy Metal“ bezeichnete und dies aus dem Grund tat, weil die Bandmitglieder Ozzy Osbourne, Bill Ward, Tony Iommi und Geezer Butler aus der englischen Stahlindustrie Birmingham kamen (für Nicht-Engländer: Heavy Metal = Schwermetall, schweres Metall). Wer weiß, vielleicht würden wir ohne findige Journalisten immer noch dem einfachen Rock frönen.

Gesetzt den Fall Black Sabbath waren die ersten, deren Musik als Heavy Metal bezeichnet wurde. Was nun Heavy Metal ausmacht (ihr wisst schon… Härte und so), darüber lässt sich dann aber sicher auch noch streiten, denn wie man heute sieht, ist nicht überall Heavy Metal drin, wo Heavy Metal drauf steht.

Hier mag man einwenden, dass Deep Purple-Fans schon Ende der 60er bzw. Anfang der 70er ganze Stadien zerlegten, weil es bei den Purple’schen Gitarrenriffs einfach kein Halten mehr gab. Da wäre ich dann bei der Diskussion über Härte angelangt. Die „Deep Purple-Nachfolgeband“ (wenn ich sie denn mal so nennen darf) Rainbow galt z.B. auch als „hart“. Wie Iron Maiden-Sänger Bruce Dickinson Ende der 90er angab, war Rainbows „Stargazer“ 1976 das Härteste, was er je gehört hatte. Heute würde dieser Song schon fast in der Oldie-Hitparade laufen können und keiner, der damals (z.B. als Elternteil) über die Härte erschüttert gewesen wäre, würde sich mehr beklagen. Aber das ist ja auch noch mal ein anderes Thema.
Fest steht, dass der Metal in den 70ern besonders in England geprägt wurde. In den 70er Jahren war in England vor allem eines beliebt: Punk. Heavy Metal und Rock Gruppen waren dagegen nicht gefragt und bei Bands, die schon zehn Jahre auf dem Buckel hatten, sprach man bereits damals von „Dinosauriern“ (so hat sich am Status von Deep Purple in den letzten Jahrzehnten also wenig geändert).

In Londons Clubs spielten fast ausschließlich Punk-Bands, was sich aber bald durch Gruppen wie Motörhead, Saxon, Judas Priest und auch ganz besonders Iron Maiden ändern sollte. Iron Maiden, die von Steve Harris (Bassist) Mitte der 70er Jahre gegründet wurden, bekamen die Chance, im „Soundhouse“ zu spielen, wo sie viele Musikfreunde begeisterten konnten. Schon nach kurzer Zeit traten sie immer öfter auf, in ganz England. Ihre Musik und die anderer Bands wurde als der „New Wave of British Heavy Metal“ (NWoBHM) gefeiert.
Plötzlich war Metal „in“. Bands wie Judas Priest, Motörhead und Iron Maiden waren die Größten und Punk dominierte nicht mehr das Geschehen (vereinfacht und grob gesagt).

Mittlerweile am Anfang der 80er Jahre angekommen, finden wir an allen Ecken Metal Konzerte. Ständig entstehen irgendwo neue Bands, doch die Großen der Metal-Szene, geben in den 80ern an, wo’s langgeht. Zu nennen wären hier wieder Judas Priest, Iron Maiden, Accept, die zusammen mit den Scorpions zu den erfolgreichsten deutschen Bands der härteren Gangart gehörten, Manowar, Motörhead und auch AC/DC, die mit ihrem Hammer-Comeback-Album „Back in Black“ 1980 dem Hard-Rock und Metal zu großer Beliebtheit verhalfen. Es gäbe viele Bands, die man nennen müsste, wovon viele allerdings auch schnell wieder verschwanden.

In den späten 70er Jahren und während der 80er Jahre erschienen so einige Platten, die auch heute noch zum Standard einer jeden Heavy Metal-Sammlung gehören. Auch hier ist das Ganze wieder sehr weitläufig. Ein Song, der bis heute nicht an Beliebtheit verloren hat, ist zum Beispiel „I was made for loving you“ von Kiss aus dem Jahre 1979. Ebenso wichtig ist „Paranoid“ von Black Sabbath. Dies sind zwei echte Klassiker, die wirklich jedem, ob nun Rock- und Metal-Fan ein Begriff sein sollten (spätestens beim Hören kommt bei 99% der Zuhörer ein „Aaaaaah… ja….“).

Innerhalb der Fangemeinde gibt es aber auch noch DIE Standardplatten, wo man dann schon einige mehr nennen müsste. Das könnte bei „British Steel“ von Judas Priest (1980) anfangen, dann zu Iron Maidens „The Number of the Beast“ (1982) übergehen und somit auch zu Metallicas „Master of Puppets“ (1986), vergessen darf man natürlich auch nicht „Ace of Spades“ (1980) von Motörhead, „Stay hungry“ (1984) von Twisted Sister und „Balls to the Wall“ (1983) von Accept. An alles denken ist hier ohnehin nicht möglich, denn in den 80ern entstanden unzählige Metal-Klassiker.

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